Der innere Kritiker: Wie du mit der strengen Stimme im Kopf umgehst
„Das war wieder typisch." „Wie kann man nur so dumm sein?" „Die anderen schaffen das doch auch." Würde ein Freund so mit dir reden, würdest du ihn nicht lange Freund nennen. Doch mit uns selbst reden wir oft genau so.
Woher die Stimme kommt
Der innere Kritiker hat oft eine Geschichte. Er übernimmt Sätze von Eltern, Lehrern oder anderen Menschen, die uns früh geprägt haben. Er will uns eigentlich schützen – vor Fehlern, vor Ablehnung, vor Scham. Nur seine Methode ist veraltet.
Woran du ihn erkennst
- Er spricht in Verallgemeinerungen: „immer", „nie", „typisch".
- Er macht aus einem Fehler eine Charaktereigenschaft.
- Er vergleicht dich mit anderen, und zwar unfair.
- Er wird lauter, wenn du müde oder gestresst bist.
Drei Wege, ihm zu begegnen
1. Ihm einen Namen geben. Wenn die Stimme loslegt, sag dir: „Ah, der Kritiker." Das schafft Abstand.
2. Die Freundesfrage. Was würdest du einer guten Freundin in derselben Situation sagen? Sag es dir selbst.
3. Präziser werden. Statt „Ich bin unfähig" lieber „Diese Präsentation war nicht gut vorbereitet". Das ist ehrlich, aber nicht vernichtend – und es zeigt, was man beim nächsten Mal anders machen kann.
Der Kritiker und die Sorgen
Der innere Kritiker und das Worst-Case-Denken sind enge Verwandte. Beide rechnen mit dem Schlimmsten – der eine in der Zukunft, der andere bei uns selbst. Mehr in Warum denken wir immer das Schlimmste?.
Selbstwert ohne Kritiker
Wie man einen stabilen Selbstwert aufbaut, der nicht von jeder Kritik abhängt, steht in Selbstwert stärken.
Das Buch dazu
Markus Weber erzählt in Ab heute gehe ich vom Besten aus auch davon, wie wir lernen können, vom Besten auszugehen – nicht nur bei der Zukunft, sondern auch bei uns selbst.
