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PSYCHOLOGIE · ESSAY

Warum nehme ich alles persönlich? Die Psychologie dahinter

Markus Weber · 2 Min. Lesezeit

Die Kollegin grüßt nicht zurück. Der Freund antwortet nur mit „Ok". Die Chefin wirkt im Meeting kühl. Und du fragst dich den ganzen Tag: Was habe ich falsch gemacht?

Unser Gehirn bezieht alles auf uns

Wir erleben die Welt aus unserer eigenen Perspektive – zwangsläufig. Wir sind im Mittelpunkt unserer Wahrnehmung, und deshalb fühlt es sich oft so an, als wären wir auch im Mittelpunkt der Wahrnehmung anderer. Das sind wir aber selten. Die anderen sind mit sich selbst beschäftigt – mit ihrer Müdigkeit, ihren Sorgen, ihren Gedanken.

Ein bekannter Denkfehler

In der kognitiven Psychologie gibt es dafür einen Begriff: Personalisierung. Gemeint ist die Neigung, Ereignisse auf sich zu beziehen, die eigentlich wenig mit einem zu tun haben. Mehr dazu in Personalisierung: Der Denkfehler, der alles auf dich bezieht.

Warum manche es stärker tun

  • Wer früh gelernt hat, sich nach der Stimmung anderer zu richten, achtet auch später stark darauf.
  • Wer unsicher ist, sucht nach Bestätigung – und findet auch Zeichen der Ablehnung.
  • Wer müde oder gestresst ist, ist dünnhäutiger.

Was hilft

Der erste Schritt ist eine einfache Frage: Welche anderen Erklärungen gibt es? Die Kollegin hat vielleicht schlecht geschlafen. Der Freund schreibt gerade während der Arbeit. Die Chefin hatte vor dem Meeting einen schwierigen Anruf. Weitere Fragen findest du in Vier Fragen, bevor du etwas persönlich nimmst.

Es ist nicht Gleichgültigkeit

Nicht alles persönlich zu nehmen, heißt nicht, dass dir alles egal ist. Es heißt, Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört – bei dem anderen, wenn es um seine Stimmung geht.

Das Buch dazu

Genau dieser Frage widmet Markus Weber sein zweites Buch: Das hat nichts mit dir zu tun – Warum wir so vieles persönlich nehmen und wie du gelassener wirst.

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