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PSYCHOLOGIE · ESSAY

Personalisierung: Der Denkfehler, der alles auf dich bezieht

Markus Weber · 2 Min. Lesezeit

Ein Restaurantbesuch mit Freunden wird zur Enttäuschung, weil das Essen schlecht ist – und du fühlst dich schuldig, weil du das Restaurant vorgeschlagen hast. Dein Kind bekommt eine schlechte Note – und du fragst dich, was du als Mutter oder Vater falsch gemacht hast. Willkommen bei der Personalisierung.

Was Personalisierung ist

In der kognitiven Verhaltenstherapie, wie sie unter anderem Aaron Beck geprägt hat, gilt Personalisierung als einer der typischen Denkfehler. Gemeint ist die Neigung, sich für Ereignisse verantwortlich zu fühlen oder sie auf sich zu beziehen, obwohl viele andere Faktoren mitspielen.

Zwei Formen

  • Schuld-Personalisierung: „Es ist meine Schuld, dass der Abend schlecht lief."
  • Bezugs-Personalisierung: „Sie war schlecht gelaunt – das lag bestimmt an mir."

Woran du sie erkennst

  • Du fühlst dich für die Gefühle anderer verantwortlich.
  • Du suchst bei Problemen zuerst die Schuld bei dir.
  • Du interpretierst neutrale Signale als Botschaft an dich.

Die Gegenfrage

Frag dich: Welche Faktoren spielen hier noch eine Rolle, die nichts mit mir zu tun haben? Beim schlechten Restaurant: der Koch, der Abend, die Erwartungen. Bei der schlechten Note: der Lehrer, der Stoff, der Tag.

Verwandte Denkfehler

Personalisierung tritt oft zusammen mit Gedankenlesen und dem Spotlight-Effekt auf. Alle drei setzen uns ins Zentrum von Geschehnissen, in denen wir nur eine Nebenrolle spielen.

Das Buch dazu

Der Titel sagt es schon: Das hat nichts mit dir zu tun. Markus Weber zeigt in seinem Buch, wie man diesen Denkfehler erkennt und Stück für Stück loslässt.

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