Zum Inhalt springen
Lieferung über Amazon·Taschenbuch, Hardcover & Kindle·Kostenlose Leseproben12 Fälle gratis online spielen →
  1. Startseite
  2. Magazin
  3. Psychologie
  4. Gedankenlesen: Wenn wir zu wissen glauben, was andere denken
PSYCHOLOGIE · ESSAY

Gedankenlesen: Wenn wir zu wissen glauben, was andere denken

Markus Weber · 2 Min. Lesezeit

„Sie findet mich langweilig." „Er denkt, ich hätte es nicht drauf." „Die anderen lachen über mich." Wir sind erstaunlich sicher, was andere über uns denken – obwohl niemand es uns gesagt hat.

Was Gedankenlesen ist

In der kognitiven Psychologie bezeichnet „Gedankenlesen" die Annahme, man wisse, was andere denken, ohne ausreichende Hinweise dafür zu haben. Es gehört zu den typischen Denkverzerrungen, die in der kognitiven Verhaltenstherapie beschrieben werden.

Warum wir so oft falsch liegen

Wir lesen nicht die Gedanken der anderen, sondern unsere eigenen. Wer an sich zweifelt, „liest" Zweifel bei anderen. Wer sich unsicher fühlt, „liest" Ablehnung. Unsere Deutung sagt mehr über unsere Stimmung als über die Gedanken des Gegenübers.

Die Fakten-Probe

Frag dich bei jedem gelesenen Gedanken:

  1. Hat die Person das gesagt?
  2. Welche Beweise habe ich?
  3. Gibt es andere Erklärungen für ihr Verhalten?

Meistens bleiben von der Gewissheit nur ein Blick und ein Gefühl übrig.

Das Gegenmittel: Nachfragen

Die einzige zuverlässige Methode, zu wissen, was jemand denkt, ist, ihn zu fragen. Das kostet Überwindung, spart aber viel Grübeln. Ein gutes Beispiel ist die unbeantwortete Nachricht – siehe Keine Antwort auf WhatsApp.

Verwandte Denkfehler

Gedankenlesen tritt oft zusammen mit Personalisierung auf: Wir glauben zu wissen, was der andere denkt, und beziehen es dann auf uns.

Das Buch dazu

In Das hat nichts mit dir zu tun zeigt Markus Weber, wie viel leichter das Leben wird, wenn man aufhört, Gedanken zu lesen, die gar nicht da sind.

WEITERLESEN

Mehr aus dem Magazin

Alle Artikel