Vier Fragen, bevor du etwas persönlich nimmst
Es passiert in Sekunden: Ein Blick, ein Satz, eine Nachricht – und schon fühlst du dich gemeint. Diese vier Fragen helfen, den Moment zu verlängern, bevor das Gefühl die Führung übernimmt.
Frage 1: Was ist tatsächlich passiert?
Nur die Fakten. „Er hat im Meeting nicht auf meinen Vorschlag reagiert." Nicht: „Er hält meine Ideen für dumm." Die Trennung von Fakt und Deutung ist der wichtigste Schritt. Mehr in Gedankenlesen.
Frage 2: Was könnte noch dahinterstecken?
Finde drei Erklärungen, die nichts mit dir zu tun haben. Er war mit dem Kopf beim nächsten Punkt. Er wollte erst darüber nachdenken. Er hat es schlicht nicht gehört.
Frage 3: Was weiß ich über die Situation des anderen?
Was ist bei ihm gerade los? Stress, Termine, private Sorgen? Oft erklärt der Kontext alles – siehe Der fundamentale Attributionsfehler.
Frage 4: Was würde ich einer Freundin raten?
Wenn eine gute Freundin dir dieselbe Situation schildern würde – was würdest du ihr sagen? Wahrscheinlich etwas Gelasseneres als das, was du dir gerade sagst.
Und dann?
Wenn nach den vier Fragen immer noch das Gefühl bleibt, dass es etwas mit dir zu tun hat: Frag nach. Ein freundliches, offenes Gespräch klärt mehr als jede Vermutung.
Zum Mitnehmen
Schreib die vier Fragen auf einen Zettel oder in dein Handy. In Momenten der Kränkung denkt man selten klar – da hilft eine Liste.
Das Buch dazu
Diese und weitere Werkzeuge findest du in Das hat nichts mit dir zu tun von Markus Weber – eingebettet in Geschichten, in denen man sich wiedererkennt.
