Die schlechte Laune anderer nicht übernehmen: So bleibst du bei dir
Der Partner kommt schlecht gelaunt nach Hause, und zehn Minuten später bist du es auch. Die Chefin ist gereizt, und plötzlich ist das ganze Büro angespannt. Stimmungen verbreiten sich wie ein Schnupfen.
Emotionale Ansteckung
Psychologen sprechen von emotionaler Ansteckung: Wir neigen dazu, Mimik, Tonfall und Körperhaltung anderer unbewusst nachzuahmen – und damit auch ihre Gefühle zu übernehmen. Das ist eigentlich eine soziale Fähigkeit, die Mitgefühl ermöglicht. Sie hat aber eine Schattenseite.
Warum wir schlechte Laune auf uns beziehen
Wenn jemand schlecht gelaunt ist, fragen wir uns schnell: Liegt es an mir? Und schon wird aus seiner Stimmung unser Problem. Dabei hat schlechte Laune meistens ganz andere Ursachen – Müdigkeit, Hunger, Sorgen, ein schwieriger Tag. Mehr in Warum nehme ich alles persönlich?.
Vier Wege, bei dir zu bleiben
- Benennen: „Er ist schlecht gelaunt. Das ist seine Stimmung, nicht meine."
- Nicht sofort reagieren: Gib der Stimmung des anderen Raum, ohne einzusteigen.
- Nachfragen statt deuten: „Harter Tag?" öffnet ein Gespräch und klärt, worum es geht.
- Abstand nehmen: Manchmal ist ein kurzer Spaziergang das Beste für beide.
Mitgefühl ohne Mitleiden
Du kannst verstehen, dass jemand einen schlechten Tag hat, ohne ihn mitzuerleben. Diese Unterscheidung ist der Kern gesunder Abgrenzung.
Das Buch dazu
Das hat nichts mit dir zu tun von Markus Weber erzählt Geschichten von Menschen, die gelernt haben, die Stimmungen anderer nicht mehr als Urteil über sich selbst zu lesen.
