Abgrenzen lernen: Wie du für andere da bist, ohne dich zu verlieren
Die Kollegin klagt jeden Morgen über ihren Partner. Die Mutter ruft an, wenn sie Sorgen hat, und danach hast du sie. Der Freund lädt bei jedem Treffen seinen Frust ab. Und abends fühlst du dich, als hättest du drei Leben gelebt – nur nicht deins.
Was Abgrenzung bedeutet
Abgrenzung heißt nicht, Mauern zu bauen. Es heißt, eine Grenze zu ziehen zwischen dem, was dir gehört, und dem, was anderen gehört. Ihre Gefühle gehören ihnen. Deine Gefühle gehören dir.
Warum sie so schwerfällt
Viele Menschen haben gelernt, dass sie gemocht werden, wenn sie für andere da sind. Sich abzugrenzen fühlt sich dann an wie ein Verrat. Dazu kommt die Angst, als egoistisch zu gelten. Mehr dazu in People Pleasing: Wenn du es allen recht machen willst.
Drei Arten von Abgrenzung
Emotional: Du kannst Mitgefühl haben, ohne die Stimmung des anderen zu übernehmen. Siehe Die schlechte Laune anderer nicht übernehmen.
Zeitlich: Du darfst entscheiden, wann du ansprechbar bist.
Verantwortlich: Du bist nicht dafür zuständig, die Probleme anderer zu lösen. Zuhören ist ein Geschenk, Lösen ist keine Pflicht.
Wie es gelingt
- Freundlich, aber klar formulieren: „Ich höre dir gern zu, aber heute habe ich keine Kraft dafür."
- Den eigenen Bedarf ernst nehmen, bevor er zur Erschöpfung wird.
- Sich bewusst machen: Wer sich abgrenzt, kann langfristig mehr geben, nicht weniger.
Das Buch dazu
Abgrenzung ist eines der zentralen Themen in Markus Webers Das hat nichts mit dir zu tun. Weiterführend: Grenzen setzen ohne Schuldgefühl.
