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PSYCHOLOGIE · ESSAY

Die selbsterfüllende Prophezeiung: Wie unsere Erwartungen Wirklichkeit werden

Markus Weber · 2 Min. Lesezeit

Du gehst auf eine Party und bist überzeugt, dass dich niemand mag. Also stehst du am Rand, sprichst wenig, schaust aufs Handy. Und tatsächlich: Niemand spricht dich an. Deine Befürchtung hat sich bestätigt – weil du sie hattest.

Was eine selbsterfüllende Prophezeiung ist

Der Soziologe Robert K. Merton prägte den Begriff 1948. Er beschreibt eine zunächst falsche Annahme, die ein Verhalten auslöst, das die Annahme schließlich wahr werden lässt. Die Erwartung erzeugt ihr eigenes Ergebnis.

Im Alltag

  • Wer erwartet, dass ein Gespräch schwierig wird, geht angespannt hinein – und das Gespräch wird schwierig.
  • Wer glaubt, eine Prüfung nicht zu schaffen, lernt mit weniger Zuversicht und schneidet schlechter ab.
  • Wer davon ausgeht, dass der Partner sauer ist, reagiert gereizt – und dann ist er es wirklich.

Der Weg funktioniert auch andersherum

Das ist die gute Nachricht: Erwartungen wirken auch positiv. Wer davon ausgeht, dass ein Gespräch gut wird, geht offener hinein, hört besser zu und lächelt eher. Die Chancen auf ein gutes Gespräch steigen tatsächlich. Genau das ist der Kern von Ab heute gehe ich vom Besten aus: Vom Besten auszugehen ist keine Naivität, sondern eine Strategie.

Wie du sie nutzt

  1. Erwartung prüfen: Bevor du in eine Situation gehst, frag dich: Was erwarte ich?
  2. Bewusst umformulieren: „Das wird schwierig" wird zu „Das kann gut werden".
  3. Verhalten anpassen: Verhalte dich so, als würde das Gute eintreten – freundlich, offen, interessiert.

Mehr zum Thema

Wie Erwartungen sogar unsere Wahrnehmung beeinflussen, erklären wir in Wie Erwartungen unsere Wahrnehmung formen. Und warum es sich lohnt, auch bei anderen Menschen vom Besten auszugehen, steht in Von anderen das Beste annehmen.

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