Kritik nicht persönlich nehmen: Wie Feedback dich stärkt statt verletzt
„Kann ich kurz Feedback zu deiner Präsentation geben?" Für viele Menschen gibt es kaum einen Satz, der den Puls schneller steigen lässt. Dabei ist Kritik selten so persönlich gemeint, wie sie sich anfühlt.
Warum Kritik so schmerzt
Kritik an unserer Arbeit fühlt sich oft wie Kritik an uns an. Wer viel von sich in eine Sache steckt, verwechselt leicht das Urteil über die Sache mit dem Urteil über die Person. Dazu kommt die Negativitätsverzerrung: Ein kritischer Satz wiegt schwerer als drei lobende.
Sache und Person trennen
„Die Folien waren zu voll" heißt nicht „Du bist inkompetent". Es heißt: Die Folien waren zu voll. Diese Trennung klingt einfach, ist aber die wichtigste Fähigkeit im Umgang mit Feedback.
Kritik prüfen, nicht schlucken
Nicht jede Kritik ist berechtigt. Hilfreich sind drei Fragen:
- Ist die Kritik konkret oder pauschal?
- Kommt sie von jemandem, der die Sache beurteilen kann?
- Höre ich ähnliche Kritik auch von anderen?
Wenn alles Ja: Nimm sie ernst. Wenn nicht: Nimm sie zur Kenntnis.
Kritik als Information über den anderen
Manchmal sagt Kritik mehr über den Kritiker als über das Kritisierte – über seine Vorlieben, seine Laune, seinen Druck. Das ist kein Freibrief, alles abzuwehren, aber eine wichtige Perspektive. Siehe auch Projektion: Wenn andere ihre Gefühle auf dich übertragen.
Im Job
Besonders schwer wiegt Kritik am Arbeitsplatz, wo Abhängigkeiten im Spiel sind. Tipps dazu in Wenn Kollegen und Chefs dich verunsichern.
Das Buch dazu
Wie Markus Webers Figuren lernen, Kritik nicht mehr als Angriff zu erleben, erzählt Das hat nichts mit dir zu tun.
